Das Körperabwehrsystem
Menschen mit Down-Syndrom sind nachgewiesener Weise für Infekte leichter anfällig. Besonders die oberen Luftwege, die auf das gestörte Körperabwehrsystem (Immunsystem) und die verengten Nasenscheidewände und den meist offen stehenden Mund zurückzuführen sind. Daher wäre auch ein guter Mundschluss wichtig. Außerdem erkranken sie häufiger als andere an Lungenentzündung, Leukämie, Diabetes Mellitus Typ 1 und dem Hepatitis B-Virus.
Es wird empfohlen, Kinder mit Down-Syndrom, wie alle anderen Kinder auch,
gegen Tetanus, Diphterie, Masern-Mumps-Röteln und gegen Kinderlähmung
(Poliomyelitis) zu impfen. Dabei ist sowohl auf die Vollständigkeit der Impfungen als auch auf deren Wiederholungen - soweit nötig - zu achten, da einige Kinder schlecht Antikörper bilden. Unterschiedliche Meinungen gibt es in Fachkreisen über die Verabreichung der Keuchhusten-Schutzimpfung bei Kindern mit Down-Syndrom. Dagegen wird einhellig zu einer Impfung gegen Hepatitis B und in regelmäßigen Abständen gegen Grippeviren geraten.
Häufige Infektionen der oberen Luftwege können mit dazu beitragen, dass bei Kindern mit Down-Syndrom während des Schlafes wiederholte Phasen von
Atemstillstand oder Atemstörungen auftreten (Schlaf-Apnoe). Symptome dafür sind Schnarchen mit Atemstillstand und nachfolgendem Nach-Luft-Schnappen, Schlafstörungen, chronischer Husten nachts und wiederholte Lungenentzündungen.
Bei häufigen Infektionen, die sich auf Dauer nicht durch Medikamente behandeln lassen, ist es zu erwägen, die Rachen- und Gaumenmandeln des Kindes operativ entfernen zu lassen (Adenotomie).